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Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter im Digitalisierungsprozess optimal mitnehmen?

21. Sep. 2018
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Tags: Digitalisierung, Klinik-IT, DSGVO
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Author: Frank Bergs

INTERVIEW - Miriam Engel von Presse Engel interviewt Frank Bergs zum Thema: Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter im Digitalisierungsprozess optimal mitnehmen?

Die Geschäftstätigkeit von Unternehmen verlagert sich immer weiter in digitale Prozesse. Welche Herausforderungen stellen sich der Unternehmensführung damit?

Die größte Herausforderung für die Unternehmen ist es, alle Mitarbeiter des Unternehmens auf dieser Reise mitzunehmen. Es reicht nicht, digitale Prozesse einfach mit der Hilfe von Hard- und Softwaretools zu verändern, ohne den Mitarbeitern im Unternehmen eine klare Zielrichtung zu geben und die damit verbundenen Ziele für jeden einzelnen Arbeitsbereich zu kommunizieren. Die digitale Unternehmensstrategie muss Chefsache sein. Meine Erfahrung in Unternehmen der Gesundheitsbranche hat gezeigt, dass eine Digitalisierungsstragie nur dann Sinn macht, wenn jeder einzelne Mitarbeiter auch denn Sinn und die damit verbundene Veränderung versteht. Unternehmen tun gut daran, dass sie zunächst in einzelnen Arbeitsgruppen für ihren jeweiligen Fachbereich den Status Quo ermitteln und in einer gemeinsamen Teamsitzung ihre Digitalisierungsstrategie für das Unternehmen erarbeiten. Dabei sollten auch immer neben der reinen technischen und monetären Umsetzbarkeit der damit verbundene psychosziale Faktor für die Mitarbeiter mit einbezogen werden. Letztendlich sind es die Mitarbeiter, die sich mit einer neuen Arbeitssituation auseinander setzen müssen und – gewollt oder ungewollt - Mehrarbeit für das Erlernen mit neuen Soft- und Hardwaretools investieren müssen.


Wie können Arbeitsabläufe gestaltet werden, so dass die Digitalisierung zur Entlastung der Mitarbeitenden führt?

Diese Frage lässt sich aus meiner Sicht nicht pauschal beantworten. Es kann durchaus sein, dass in einigen Unternehmensbereichen Mehrarbeit durch den Einsatz von neuen digitalen Tools entsteht, andere Bereiche aber deutlich entlastet werden. Am Anfang sollte immer die Frage stehen, wie eine Digitalisierungsstrategie dem gesamten Unternehmen helfen kann, die internen aber auch die externen Prozessstrukturen zu verschlanken, zu vereinfachen und zu beschleunigen. Noch immer wird die Digitalisierung der Industrie oftmals in einem Atemzug mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen genannt. Diese Angst der Mitarbeiter sollte die Unternehmensführung sehr ernst nehmen. Schnell können Digitalisierungsprojekte kippen, wenn den Mitarbeitern persönliche Freiräume genommen werden und sie durch fehlende Schulungen nicht in der Lage sind, ihren angestammten Job vernünftig zu erledigen.

 

Welche Rolle spielt die interne Kommunikation Ihrer Meinung nach?

Die wichtigste Rolle in einem gesunden Unternehmen spielt immer eine gute interne Kommunikation. Dies ist unabhängig davon, ob das Unternehmen mit einer neuen Digitalisierungsstrategie an den Markt geht oder nicht. Immer dann, wenn große Veränderungen anstehen, sollte es von top-down eine klare, für alle verständlich nachvollziehbare Kommunikation geben. Natürlich wird ein Unternehmenschef nie alle Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen können, doch einfach nur eine Anordnung geben über die umzusetzende Veränderung und wie sie zu machen ist, hat noch nie zur Zufriedenheit der Mitarbeiter geführt. Eine gute Erklärung des „Warum“ sollte auch hier im Vordergrund stehen.

 

Was empfehlen Sie Unternehmern und Führungskräften hinsichtlich ihrer Mitarbeiterführung im Digitalisierungsprozess?

Zunächst einmal, dass sie im Digitalisierungsprozess den Hut aufhaben. Der IT-Abteilung oder dem Marketing zu sagen „Macht mal!“ reicht nicht. Wenn die Fachabteilungen nur Arbeitsaufträge zur Umsetzung bekommen und nicht in den Entscheidungsprozess mit eingebunden werden, ist das Scheitern nach meiner Erfahrung vorprogrammiert. Jede Unternehmensführung, auch wenn sie nicht in der Generation der Digitalisierung aufgewachsen ist, muss sich mit diesem Thema aktiv auseinander setzen und fehlendes Wissen aufarbeiten. Es geht hier nicht um das Erlangen von Expertentum, sondern darum, dass Digitalisierungsentscheidungen aus den eigenen Abteilungen nachvollzogen werden können. Was nützt es, wenn ein Unternehmen sich für Social Media Kampagnen entscheidet und die Unternehmensleitung weder ein Smartphone besitzt, geschweige sich jemals in den sozialen Medien bewegt hat. Letztendlich sollen alle Mitarbeiter Digitalisierung im Unternehmen als Chance sehen, dies gilt auch für die Unternehmensleitung.

 

Quellen:

Quelle Text: Presse Engel Interview https://presse-engel.de/interviews/wie-koennen-unternehmen-ihre-mitarbeitenden-im-digitalisierungsprozess-optimal-mitnehmen

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/three-women-standing-near-man-holding-smartphones-1262971/

Frank Bergs
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