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Umfrage: Elektronische Gesundheitsakte trifft auf breite Zustimmung

18. Jun. 2018
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Tags: eGA, EPA, elektronische Gesundheitsakte
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Author: Frank Bergs

Spezialisten des Gesundheitswesens sind sich schon lange einig darin, dass die elektronische Gesundheitsakte ein erhebliches Potential aufweist, um in Zukunft für Patienten und Ärzte alle Informationen zum Gesundheitszustandes eines Patienten zu bündeln und für alle Beteiligte auf Knopfdruck verfügbar zu machen.

Das Marktforschungsinstitut Splendid Research hat im August 2017 eine repräsentative Studie unter 1023 Deutschen im Alter zwischen 18 und 69 Jahren durchgeführt. Untersucht wurden hier das Gesundheitsverhalten, allgemeine Einstellungen zum Datenschutz sowie Akzeptanz, Bedenken und Erwartungen gegenüber der Einführung elektronischer Gesundheitsakten (eGA).

Grundsätzlich ist die Mehrheit der Befragten bereit, eine elektronische Gesundheitsakte anzulegen: 56% der Studienteilnehmer sind an einer Nutzung interessiert, nur zehn Prozent schließen die Zusammenführung ihrer Gesundheitsdaten in elektronischer Form aus. Das verbleibende Drittel ist unentschlossen und muss Vor- und Nachteile erst noch abwägen.

Interessant ist aber auch, dass sich gut 60% der Befragten eine Nutzung erst vorstellen können, wenn die Mehrheit der Ärzte und Krankenhäuser an ein elektronisches System über eine eGA angeschlossen ist. Die größten Befürchtungen bestanden beim Thema Datenschutz. Sechs von zehn Deutsche sehen sowohl die Gefahr des gläsernen Bürgers als auch das Potenzial des Missbrauchs durch Kriminelle.

Wenn man bedenkt, dass 8 von zehn Befragten angaben auch persönlich selbst jeder Zeit die Kontrolle über den Inhalt der gespeicherten Daten besitzen zu wollen, geraten schon einige geplante Modelle einer elektronischen Gesundheitsakte der Krankenkassen in den Hintergrund. Vor diesem Fakt muss ernsthaft hinterfragt werden, ob die zur Zeit geplanten Offensiven der Techniker Krankenkasse und einigen AOK's nicht konträr zu den Erwartungshaltungen der Versicherten verlaufen. Ansätze einer patientengesteuerten elektronischen Gesundheits- bzw. Patientenakte, wie zum Beispiel "vitabook" vom gleichnamigen Hamburger Unternehmen, kommen da den Wünschen der Mehrheit der Deutschen schon wesentlich näher.

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet mit großen Schritten voran, allerdings sind noch viele Fragen offen, die von den einzelnen Akteuren mit dem Gesetzgeber und den Kostenträgern geklärt werden müssen.

Wie in einer freien Marktwirtschaft üblich, werden sich über die nächsten Jahre verschiedene Anbieter mit ihrer eigenen eGA an die Bürger, beziehungsweise Versicherte, wenden. Entscheiden kann man sich dann nur selbst, welches Konzept für einen persönlich das Bessere ist: Das der eigenen Versicherung, oder das Konzept eines neutralen Leistungsanbieters. Wir werden sehen.

Quellen:

Quelle Text: https://www.splendid-research.com/de/ueber-uns/presse/item/studie-elektronische-gesundheitsakte-deutschland.html

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/photo-of-green-data-matrix-1089438/

Frank Bergs
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