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Telemedizin: Effektiv und kostensparend bei chronisch Erkrankten

10. Mar. 2018
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Tags: Telemedizin, Telemonitoring, EHealth
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Author: Frank Bergs

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland leidet an einer oder an mehreren chronischen Erkrankungen, und die Zahl der Betroffenen nimmt immer weiter zu.

Für unser Gesundheitssystem werden chronische Erkrankungen in Zukunft eine große Herausforderung darstellen. Verschiedene medizinische Leistungserbringer müssen Hand in Hand arbeiten. Fach- und sektorenübergreifende Behandlungsansätze und die enge Zusammenarbeit mit den chronisch Erkrankten und ihren Angehörigen sind dabei wichtig. Integrierte Versorgungsprogramme, wo telemedizinische Hilfsmittel in Form von Soft- und Hardware, sowie intelligententer und vernetzter Medizingeräte zum Einsatz kommen, sind schon aus heutiger Sicht höchst effektiv.

Patienten erhalten eine koordinierte Behandlung, die über den bisherigen Standard hinaus geht – ohne wochenlange Wartezeiten oder belastende Doppeluntersuchungen. Studien zu den Projekten "Telemedizin für Herzerkrankte" und "Telemedizin für Astma Erkrankte" haben zudem gezeigt, dass sich enorm Kosten sparen lassen.

Telemedizin lässt sich auch ideal nutzen, um Kindern, aber auch Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen, in internetgestützten Schulungen den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern, die Betroffenen und die Angehörigen im Umgang mit der Erkrankung besser zu informieren, und durch Hinweise zur Handhabung von Hilfsmitteln und der Einnahme von Medikamenten, lassen sich zudem Kosten einsparen.

Aus meiner persönlichen Sicht ist die Telemedizin aber insbesondere im Bereich der notärztlichen Versorgung, im ländlichen Bereich und in der ambulanten / intensivmedizinischen Pflege unabdingbar.

Die Technik ist vorhanden, Standardisierungen im Bereich der Interoperabilität auf der Zielgeraden und datenschutzrechtliche Bedenken werden gerade auch ausgeräumt. Das was fehlt, ist immer noch eine klare Regelung zur Finanzierbarkeit.

Schaut man sich die bisherigen Projekte an, stellt man fest, dass es sich immer "nur" um individuelle Projekte einzelner Kassen und Interessensgruppen mit Erkrankten in einem spezifischen Krankheitsbild, oder regionsbezogene und politisch unterstützte Pilot-Projekte handelt.

Was nach wie vor fehlt ist das klare Bekenntnis aller Beteiligten, sich auf eine geregelte Entgeldsituation der Leistungserbringer zu einigen. Was kann so schwer daran sein einem Arzt für seine telemedizinische Beratung einen festen Punktwert für die Abrechnung zu geben, oder mit der Industrie, im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen, feste Vereinbarung zu treffen, die eine flächendeckende Struktur für verschiedene telemedizinische Projekte festlegt und deren Finanzierung garantiert.

Alle von der Bundesregierung beschlossenen EHealth-Gesetze oder Telematik-Infrastrukturen helfen nicht weiter, wenn für die Leistungserbringer nicht klar ist, wie sie für ihre Arbeit, oder die zu stellende technische Infrastruktur, entlohnt werden.

Wir sind schon Ende der 90-iger Jahre mit diversen telemedizinischen Projekten in Deutschland gestartet, die auch wissenschaftlich und monetär ausgewertet wurden. Alle Indikatoren zeigen, dass sich in Summe die Telemedizin auszahlt. Jetzt wird es nur langsam Zeit, die Telemedizin auch fest und langfristig in unserem Abrechnungssystem zu verankern.

Quellen:

Quelle Text: Deutsche Stiftung für chronisch Kranke; forum telemedizin; Chronic Care Schweiz; Ärzte Zeitung;

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/silver-iphone-6-near-blue-and-silver-stethoscope-48603/

Frank Bergs
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