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Suizidprävention und Telehealth

11. Aug. 2018
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Tags: Suizidprävention, Suizid, Telehealth
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Author: Frank Bergs

Der September ist in den USA der Monat der nationalen Suizidprävention und es lohnt sich mal darüber nachzudenken, wie Telemedizin sinnvoll eingesetzt werden kann, um die Selbstmordrate drastisch zu reduzieren.

Jährlich nehmen sich etwa 800.000 Menschen weltweit das Leben, was 1,4 % der Todesfälle ausmacht. Hinzu kommen 20 bis 30-mal soviele Suizidversuche. Unter jungen Menschen im Alter von 15 bis 29 ist Selbsttötung die zweithäufigste Todesursache. Auf ihr Konto gehen jährlich mehr Todesfälle als durch Kriege und Morde zusammengenommen.

Nach Angaben der American Foundation for Suicide Prevention (ASSP) haben 90% aller Menschen, die durch Selbstmord sterben, zum Zeitpunkt des Todes diagnostizierbare psychiatrische Störungen. Jedoch ist vielen Menschen der schnelle Zugang zu einer geeigneten Diagnostik nicht möglich. 

Telemedizin könnte den isolierten Menschen durch telemedizinische Gesundheitsversorgung helfen. Es gibt schon heute in den USA mehrere Organisationen, die ländliche Gebiete und Grenzgebiete durch Videokonferenzverbindungen versorgen. Diese Fernbetreuung kann dazu beitragen, den erheblichen Mangel an Pflegedienstleistern in diesen Regionen zu lindern.

Die Telefonseelsorge ist in vielen Fällen der erste Kontakt für Betroffene bei „schweren“ Themen wie psychische und physische Erkrankung, Gewalt oder Suizid. Ihre niedrigschwellige Erreichbarkeit – rund um die Uhr, kostenfrei, von überall her – entspricht dem Bedarf, in einer akuten Situation auch außerhalb von Sprechzeiten jemanden erreichen zu können. Jedoch ist hier der Kontakt zumeist begrenzt auf das Gespräch am Telefon oder den textlichen Austausch per Chat.

Telemedizinische Komponenten können hier eine sehr sinnvolle Ergänzung sein. Der mögliche Einblick in die medizinische Krankenakte der Hilfesuchenden zudem wichtige Erkenntnisse bieten, die eine bessere Diagnostik, und damit auch eine bessere Präventionsarbeit, erst machbar machen.

Es ist also interessant zu beobachten, wie die Erfahrungen der nationalen Suizidpräventionsprogrammen mit der Unterstützung von Telehealth in den USA und unseren Nachbarstaaten sind. 

Quellen:

Quelle Text: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/68072/Suizid-Praevention-Welche-Interventionen-helfen-am-besten; https://www.suizidprophylaxe.de/aktuelles/ansicht/news/detail/News/juli-2016-positionspapier-der-telefonseelsorge-9/

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/adult-alone-black-and-white-blur-568021/

 

Frank Bergs
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