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Schnittstelle Mensch-Maschine im OP

24. Aug. 2018
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Tags: OP, Hybrid-OP, Interoperabilität
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Author: Frank Bergs

Chirurgen und Ingenieure aus den Bereichen Medizintechnik und Health-IT pflegen seit Jahrzehnten ein enges Verhältnis. Die technischen Weiterentwicklungen helfen Chirurgen Operationen durchzuführen, die ohne diese technischen Hilfen vorher nicht möglich gewesen sind.

Gleichzeitig führen diese Hilfsmittel aber auch die gesamte Chirurgie in eine gewisse Abhängigkeit von technischen Produkten und stellen die Schnittstelle Mensch-Maschine vor große Herausforderungen. Die Effizienssteigerung im Operationssaal aufgrund wirtschaftlicher Aspekte und moderner Arbeitszeitmodelle fordern ein gut organisiertes Ausbildungskonzept des medizinischen Fachpersonals. Hinzu kommt, dass das Personal sich ständig mit neuen Technologien befassen muss, die im operativen Umfeld zum Einsatz kommen. Für die Durchführung einer Operation werden heute eine Vielzahl medizintechnischer Geräte und IT-Systeme benötigt, die zudem die Prozessabläufe überwachen und für die Datenweitergabe intelligent miteinander vernetzt sein müssen.

Häufig wird nur über die Schnittstellen zwischen den einzelnen Medizinsystemen untereinander gesprochen, jedoch kommt der Schnittstelle Mensch-Maschine noch eine wesentliche höhere Bedeutung zu. Die Wichtigkeit einer effizienten, einfachen und sicherer Bedienung der eingesetzen Technik und deren Akzeptanz durch das medizinische Personal ist von enormer Bedeutung.

Ein wesentlicher Punkt ist dabei standardisierte Schulungen für die Anwender zu machen, die sich ständig an die veränderten technischen Bedürfnisse und Weiterentwicklungen anpassen. Dies können nicht nur Geräte- und Softwareeinweisungen durch die Hersteller sein. Darüber hinaus ist es wichtig, den gesamten OP-Prozess mitsamt der Technik in Simulationsmodellen  zu erproben und mit der Unterstützung von E-Learningtools auch prüfungsrelevant zu dokumentieren.

Leider ist es häufig noch immer so, dass die Anwender der Technik im OP "in das kalte Wasser" geschmissen werden und wenn überhaupt nur zum Teil eine kurze Schulung bzw. Einweisung in das Produkt bekommen haben.

Es wäre sinnvoll, auch im Rahmen der Patientensicherheit, dass der Umgang mit technischen Hilfsmitteln im operativen Bereich für jeden Anwender dokumentiert wird. Und dies sollte nicht nur die Einweisung in ein spezielles Produkt sein, sondern darüber hinaus auch die Einweisung und Schulung der gesamten Produktkette in der Interaktion miteinander. Was passiert, wenn Systeme ausfallen, welche Back-Up-Systeme stehen zur verfügung? Kann die Operation zur Not ohne den Einsatz des technischen Hilfsmittels "von Hand" weiter durchgeführt werden? Hierzu ist es für jedes Krankenhaus wichtig Risikoanalysen zu fahren, um mögliche Schäden am Patienten, aber auch am Personal abzuwenden und zu minimieren.

Die Einsatzbereiche und der Stellenwert von Medizintechnik und Medizin-IT wird in den nächsten Jahren ständig wachsen. Es bleibt darauf zu achten, dass die Klinik auch ihr Personal kontinuierlich mit auf diese Reise nimmt und nicht zuletzt die Schnittstelle Mensch-Maschine zum Nadelör im operativen Prozess wird.

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/view-of-operating-room-247786/

Frank Bergs
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