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Pflege ist kein Wahlkampfthema

19. Sep. 2017
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Tags: Pflege, Bundestagswahl, Politik
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Author: Frank Bergs

Die Themen Gesundheit und Pflege spielen im Wahlkampf bisher kaum eine Rolle. Das änderte sich vergangenen Woche ein wenig, nachdem der angehende Krankenpfleger Alexander Jorde in der ARD-Wahlarena seinen Frust abließ. Nach Schätzungen von Experten fehlen momentan in den Kliniken ca. 100.000 Vollzeitkräfte. Auch wenn die Meinungen hier auseinander gehen was die reine Zahlengröße angeht, sind die Probleme in den Kliniken nicht zu übersehen. Die große Koalition hat unlängst beschlossen, dass zumindest in sensiblen Bereichen, wie der Intensivstation und im Nachtdienst, es Untergrenzen für die Zahl der beschäftigten Pflegenden geben muss. Details sind natürlich noch verhandelbar zwischen Kassen und Krankenhäuser. Kommt hier keine Einigung zustande, wird die Regierung bis zum 1. Januar 2019 Untergrenzen festlegen. Soweit der Plan. Ich frage mich nur, woher die Regierung denn dann die Mitarbeiter nehmen soll, die für diese Arbeit in Frage kommen. Schon heute fehlen mehrer Tausend Pflegestellen dadurch, dass das qualifizierte Personal fehlt. Solange der Stellenwert des Pflegeberufs nicht eine höhere Anerkennung findet, solange wird sich an diesem Mißstand auch nichts ändern. Und dies ist für mich auch in erster Linie eine Sache der Politik und unser gewählten Volksvertreter. Man kann nur annehmen, dass sich die etabliertem Parteien in dem hitzig geführten Wahlkampf nicht die Finger an einem Thema verbrennen wollen, wo es keine kurzfristige Lösung gibt. Das Land braucht mehr junge Leute wie Herrn Jordes, die in Berlin mal die in Bequemlichkeit verharrenden Politiker wachrüttelt. Aber vielleicht wird der Wahlausgang am  Sonntag für einige Parteien ein Warnsignal sein, um in Zukunft sich dieser Thematik intensiver anzunehmen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/adult-age-elderly-enjoyment-272864/

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