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Mobile Health und Hygiene

06. Dec. 2017
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Tags: mHealth, Mobile Health, Hygiene
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Author: Frank Bergs

Der Begriff mHealth, auch Mobile Health steht für die Unterstützung von medizinischen Verfahren und Maßnahmen der Gesundheitsfürsorge durch Geräte wie Smartphones, Tablets oder persönliche digitale Assistenten (PDA) sowie durch Lifestyle- und Gesundheitsapplikationen, die über Sensoren bedient werden.

Der Bereich mHealth ist der momentan mit am stärksten wachsende Bereich in der Gesundheits-IT. Es wird hier viel über die Effizienz und Kosteneinsparungen gesprochen und die möglichen Sicherheitsproblematiken und Datenschutzprobleme beim Einsatz dieser Lösungen. Leider findet sich in der Literatur und in medizinischen Fachartikeln sehr wenig über die Gefahren, die sich durch schlechte oder schlichtweg nicht vorhandene Desinfizierbarkeit ergeben. 

Bei aller Euphorie sollte bedacht werden, dass alle angebotenen technischen Lösungen auch den einschlägigen Hygienestandards für den klinischen und außerklinischen Bereich unterliegen müssen. Doch hier steckt der Fehler im Detail. Die standardisierte Reinigung und Desinfektion von mobilen Endgeräten im medizinischen Umfeld ist unabdingbar, aber viele Hersteller von mHealth-Produkten bieten immer noch keine Lösungen zu diesem Problem. 

Eine effektive hygienische Reinigung kann nur mit flüssigen Desinfektionsmitteln wie Alkoholen erfolgen. Hier stellt sich das Problem, dass die Hersteller in ihren Garantiebedingungen diese häufig ausschließen, wenn Flüssigkeiten auf das Gerät gebracht werden. Einige Gerätehersteller raten dazu, die Geräte nur mit einem Vliestuch zu reinigen, da jedwede flüssigkeitsbedingte Schäden der Geräte nicht unter die Gerätegarantie fallen. Alkohole oder andere Reiniger werden nicht empfohlen, da es zu Oberflächenschäden kommen könnte. Empfehlungen zur Desinfektion geben die Hersteller allerdings nicht.

Nur eine ausreichende Händehygiene reicht häufig nicht aus, um zu verhindern, dass sich Erreger auf den Oberflächen ansiedeln und eine Kontamination des Geräts verhindert werden kann.

Was ist also zu tun? Aus meiner Sicht ist es unabdingbar, dass jede angebotene mHealth Lösung sich auch an den Hygienestandards ausrichtet und klare, eindeutige Anweisungen zur Desinfektion und Hygiene von Herstellerseite vorliegen. Wenn nicht, würde ich als Einkäufer im klinischen Bereich diese Lösungen nicht kaufen wollen. Mir wäre das persönliche Haftungsrisiko einfach zu groß. Aber in erster Linie sollten Apple und Co mal darüber nachdenken nicht einfach ihre "Standardgeräte" aus dem privaten Bereich in einem hochsensiblen klinischen Umfeld anzubieten, ohne eine Serie aufzulegen, die sich auch gut nach den Hygiene- und Desinfektionsrichtlinien reinigen lässt. Damit wäre zumindest mal ein Anfang gemacht.

Quellen:

Quellen Text: Wikipedia; Bericht Ärzteblatt "Tablet-PC im Krankenhaus: Hygienische Aspekte beachten"

Quellen Bild: https://www.pexels.com/de/foto/smartphone-technologie-ipad-tablet-40739/

 

 

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Frank Bergs
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