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Mindestmengenregelung für Krankenhäuser

07. Jan. 2018
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Tags: Mindestmengenregelung, Gemeinsamer Bundesausschuss, OP Zahlen
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Author: Frank Bergs

Der Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat Ende 2017 klar beschlossen, dass die schon 2016 im Krankenhausstrukturgesetz beschlossene erforderliche Mindestmengenregelung ab 2019 nicht mehr ohne Konsequenzen beim Unterlaufen von Mindestmengen bleibt. Das Verfahren ist somit scharf geschaltet und alle Häuser müssen künftig ihre Mindestmengen standortbezogen verbindlich melden und veröffentlichen. Wer ohne gute Gründe darunter bleibt, bekommt die Leistungen nicht mehr vergütet.

Problem bei der Mindestmengenregelung war, dass sich die Krankenhäuser aus meiner Sicht zu Recht gegen einen nominalen Wert, eine Mindestmenge von 20 oder 25 Operationen, gewehrt haben. In Zukunft soll ein Nachweis reichen, der einen Zusammenhang von Menge und Qualität berechnet.

Bis zum 15. Juli eines jeden Jahres haben die Krankenhäuser die Mindestmengen in einer Prognose zu melden, die dann als Datensätze an die Landesverbände von Kranken- und Ersatzkassen gehen. Für Krankenhausträger wird es in Zukunft auch nicht mehr möglich sein, Mindestmengen einfach über die Häuser aufzuaddieren, da die Daten immer standortbezogen veröffentlicht werden müssen.

Der Vergütungsanspruch entfällt, wenn die Häuser keine positive Mindestmengenprognose erstellen können bzw. die festgelegte Mindestmenge im Folgejahr nicht erreicht wird.

Letztendlich soll die Mindestmengenregelung ja auch dazu dienen, die Behandlungsqualität und die Patientensicherheit zu erhöhen. Auswertungen haben in der Vergangenheit klar belegt, dass zwischen der Fallzahl und der Behandlungsqualität eine klare Korrelation vorhanden ist.

Ganz soweit wie die Briten will man aber in Deutschland nicht gehen: In England werden neben den Leistungszahlen auch die individuellen Leistungszahlen pro Operatuer veröffentlicht - mit Namen und Arztnummer. Wie ich finde, ein richtiger Schritt nicht diesen Weg zu gehen. Letzendlich ist doch das komplette spezialisierte Team wichtig und nicht nur die Routine eines einzelnen Arztes.

Quellen:

Quelle Text: Bundesministerium für Bildung und Forschung, G-BA

Quelle Bild: https://www.pexels.com/de/foto/arzt-ausrustung-chirurg-doktor-263210/

Frank Bergs
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