Merken

Medical Connectivity: Was ist noch alles möglich?

29. Dec. 2017
/
0 Kommentare
/
Tags: Konnektivität, Medizingerätekonnektivität, KIS
/
Author: Frank Bergs

Die herstellerübergreifende Vernetzung und Integration von Medizingeräten und IT-Systemen wird in vielen klinischen Bereichen schon aktiv vorangetrieben und genutzt. Insbesondere die automatisierte Datenübertragung von Geräten im Bereich der Intensivmedizin, aus dem operativen Bereich und der Anästhesie in PDMS-Systeme, ist in vielen Gesundheitseinrichtungen schon umgesetzt. Bei größeren Geräten wie Computertomographen, Röntgen- oder Ultraschallgeräten ist die Datenverarbeitung von Bilddaten in IT-Systeme schon lange Standard. 

Klinische Abläufe lassen sich hierdurch vereinfachen, die Qualität in der Dokumentation steigt und die Patientenversorgung lässt sich verbessern. Soweit die Theorie. Die Praxis zeigt, dass es leider noch immer viel zu viele Insellösungen gibt. Dies ist historisch gewachsen, da die meisten führenden Krankenhausinformationssysteme eine lückenfreie Datenintegration und Datenverarbeitung von Sekundärsystemen nicht mal eben so realisieren können. Und hier bewegen wir uns zunächst nur im innerklinischen Bereich. Wenn wir über die Anbindungen von zuweisenden Ärzten, Befunddatenübermittlung oder auch das Entlassmanagement und das Monitoring von Patienten im häuslichen Umfeld nachdenken, wird alles noch komplexer. Die EU-Datenschutzbestimmungen und das IT-Sicherheitsgesetz sind dabei auch noch zu beachten.

Trotzdem lässt sich feststellen, dass sich insbesondere in den letzten Jahren sehr viel getan hat. Medizingerätehersteller werden im Rahmen von Ausschreibungen mehr oder weniger dazu verpflichtet ihre Gerätschaften mit Schnittstellen auszurüsten, die eine sichere und automatisierte Datenübertragung ermöglichen. Ohne diese Gerätekonnektivität ist ein Verkauf eines Medizingerätes nahezu unmöglich geworden. Hersteller von Softwareprodukten für die Dokumentation und Bildverarbeitung müssen in der Lage sein, möglichst viele Geräte unterschiedlicher Hersteller einbinden zu können, ohne aufwendige und kostentreibende Schnittstellen-Programmierungen vornehmen zu müssen.

Hinzu kommen schon heute, und vermehrt in der Zukunft, die telemedizinische Datenverarbeitung und der ganze Bereich mHealth und IoT. 

Technisch sind noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und so birgt der Bereich der medizinischen Konnektivität noch ein enormes Potential. Bevor man aber in Teilbereichen anfängt einzelne Geräte miteinander zu vernetzen oder Apps mit Spezialanwendungen auf einzelnen mobilen Endgeräten zu installieren, sollte man eine Mittel- und Langfrist-Strategie auf Geschäftsleitungsebene mit den Fachabteilungen IT und Medizintechnik entwickeln, wie die "Konnektivität" der Zukunft aussehen kann und soll. Dazu ist es auch notwendig eine schonungslose IST-Aufnahme zu machen und die möglichen Kosten für die Anschaffung von passenden IT-Systemen und Medizingeräten zu ermitteln.

Hier benötigen die Kliniken aber auch die monetäre Unterstützung von Bund, Ländern und den Kostenträgern, sonst bleiben die erarbeiteten Strategien Utopie. Bin gespannt, was in der jetzigen Legislaturperiode der Bundesregierung in dieser Hinsicht vorangetrieben wird. "Nur" die Vorlage eines eHealth-Gesetzes ist einfach zu wenig.

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/de/foto/hand-partnerschaft-puzzle-puzzle-stucke-164531/

Frank Bergs
Soziale Kanäle des Authors
Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag