Merken

Klinikdaten in der Cloud - US-Klinikgruppe zeigt wie es geht

22. Dec. 2017
/
0 Kommentare
/
Tags: Cloudlösungen, Clouddienste, Digitalisierung
/
Author: Frank Bergs

Das St. Luke's University Hospital Bethlehem im US-Bundesstaat Pennsylvania steht kurz vor der Verlagerung sämtlicher Daten aus ihrem Rechenzentrum in die Cloud. 

Die gesamte Klinikgruppe hat sich schon vor Jahren im Rahmen einer Neuausrichtung für eine Digitalisierungsstrategie entschieden, die auch Clouddienste mit einbezieht. Zu diesem Mammutprojekt gehörte auch, dass das vorhandene veraltete ERP-System gegen ein Neues ausgetauscht wurde, welches sich nahtlos mit den Clouddiensten verknüpfen lässt. Darüber hinaus war es der Klinikgruppe wichtig, alle verbundenen Institutionen über mobile Dienste mittels IoT, mhealth und weiteren telemedizinischen Anwendungen einzubinden. Zum St. Luke's University Health Network (SLUHN) gehören insgesamt 7 Kliniken.

St. Luke's verfolgt parallel dazu weitere 60 innovative IT-Projekte, die einen jeweiligen Budgetrahmen von 25.000 US Dollar nicht überschreiten dürfen. Dazu gehören auch der Einsatz der Alexa-Technologie aus dem Hause Amazon, RFID Tracking Tools, ein Handhygiene-Projekt auf dem Smart Phone des Personals, Preistransparenz-Tools für den Einkauf von Produkten und weitere Projekte in der Verknüpfung von zuweisenden Ärzten bei der Termininierung der Patienten.

Interessant aber ist die Aussage, dass alle diese Sonderprojekte nicht in diesem Umfang umgesetzt worden wären, wenn als Basis nicht ein hochmodernes ERP-System und eine Cloudlösung die tragenden Säulen gebildet hätten. Und ganz nebenbei erreicht die Klinik mit ihren angeschlossenen Institutionen die Stufe 7 des HIMSS-EMR-Adoptionsmodells.

Daher stellt sich doch die Frage, was deutsche Kliniken aus diesem Beispiel lernen können. Wenn ich persönlich Klinikchef wäre, würde ich eine Abordnung aus meinem Haus nach Pennsylvania schicken, um sich darüber schlau zu machen, wie dieses Projekt, vor allen Dingen in Hinsicht auf den Datenschutz umgesetzt wurde. Mich persönlich erstaunt immer wieder, dass die datenschutzrechtlichen Bedenken hierzulande im Vordergrund stehen und eher darüber diskutiert wird was nicht geht, statt sich der vorhandenen Technik zu bedienen und umzusetzen was geht.

Die großen Cloud- und Datenbankexperten wie Oracle, Microsoft und IBM bieten inzwischen neben Public-Cloudlösungen auch Privat-Cloudlösungen, die  höchsten Sicherheitsstandards unterliegen und wo die Klinik bzw. Gesundheitsinstitution immer noch die Hoheit über die Daten im eigenen Rechenzentrum hat. Banken und die Großindustrie nutzen diese Lösungen schon lange, aber in der Medizinerwelt scheint das Unbehagen immer noch zu groß zu sein.

Deutsche Kliniken sollten diesen Zug nicht verpassen und auch etwas Mut beweisen neue Wege zu gehen. Dazu gehört natürlich, dass sich die Führungsebene daraufhin verständigt, wie die Digitalisierungsstrategie ihrer Klinik aussehen soll und welche dazu notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.

Eine Sache ist aber klar. Ich werde es in 2018 nicht versäumen mir vor Ort in Pennsylvania nach dem Go Live das Ganze mal anzusehen. Denn nur aus Erfahrung wird man klug.

Quellen:

Quellen Bild: https://www.pexels.com/de/foto/himmel-fliegen-wolken-blauer-himmel-55787/

Frank Bergs
Soziale Kanäle des Authors
Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag