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Interoperabilität von Medizingeräten - Stand der Dinge

20. Aug. 2017
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Tags: Interoperabilität, Medizingeräte, KIS
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Author: Frank Bergs

Nach aktuellen Marktuntersuchungen wird für den Markt der medizinische Gerätekonnektivität bis zum Jahre 2019 eine Wachstumsrate von bis zu 38% erwartet. Unstrittig ist, dass medizinische Gerätekonnektivität einen enormen ökonomischen Einfluß hat, um erhebliche Einsparungen im gesamten Gesundheits-Ökosystem zu erreichen. Hinzu kommt, dass bei prozessoptimiertem Einsatz zudem eine gleichzeitige Verbesserung der Qualität in der Pflege erfolgen kann. Soweit die Therorie. Hersteller von Medizinprodukten sind nun in der "Pflicht" ihre Produkte an die geforderten Standards anzupassen. Verbände und internationale Institutionen bemühen sich seit vielen Jahren Konnektivitätsstandards zu vereinheitlichen, damit es eine gemeinsame "Sprache" für die Aufnahme, Verarbeitung, Weiterleitung und Speicherung von medizinischen Daten gibt. Auch ein leider noch immer nicht vollständig von Medizingeräte- und Software IT-Herstellern gelöstet Thema ist die Zuordnung der Daten zwischen Patient und Gerät. Häufig ist die Assoziation eines Gerätes zu einem Patienten nur über das Patientenbett oder den Raum möglich. Hier ist in Zukunft wesentlich mehr Flexibilität verlangt, da die Patienten in der Regel mehr mobil sind und die Raumbindung bzw. Bindung an ein Patientenbett kaum noch eine Rolle spielen wird. Lösungen hierzu werden sich über Barcodes und RFID Tags leicht herstellen lassen, sodass eine Patienten-Assoziation an Geräte innerhalb und außerhalb der Gesundheitseinrichtung jederzeit möglich ist. Ich halte an dieser Stelle fest: Die Technik für eine gut funktionierende Interoperabilität ist vorhanden, klinische Informationssysteme öffnen sich für die automatisierte Datenaufnahme aus Medizingeräten und Medizingeräte-Hersteller planen im Regelfall neue Geräte immer unter dem Standpunkt der Interoperabilität. Aber trotzdem hakt es immer noch an der Umsetzung in den klinischen Alltag. Bleibt interessant zu beobachten, ob Kliniken, die sich nicht aktiv an der Umsetzung von Interoperabilitätsstandards beteiligen, irgendwann einfach einen kleineren Verhandlungsspielraum für ihre geleistete Arbeit bei den Kostenträgern haben. 

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/black-and-white-blackboard-business-chalkboard-356043/

 

Frank Bergs
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