Merken

Intelligente Pflege: Smart Home heißt das Stichwort

15. May. 2018
/
0 Kommentare
/
Tags: AAL, Smart Home, Smart Living
/
Author: Frank Bergs

Mehr Komfort, mehr Sicherheit, eine bessere Energieeffizienz und nicht zuletzt altersgerechte Assistenzsysteme – mit Hilfe einer intelligenten Vernetzung lassen sich mehrere Komponenten eines Gebäudes parallel verbessern. Smart Home heißt das Stichwort der Stunde.

Der demografische Wandel führt dazu, dass immer mehr Menschen immer älter werden. Mit dieser Entwicklung wächst auch der Bedarf, der älteren Generation ein möglichst langes und autarkes Verweilen in ihren eigenen vier Wänden mit unverändert hoher Lebensqualität zu ermöglichen. Begrifflichkeiten wie "Wohnen mit Service", "Generationsübergreifendes Wohnen", "Betreutes Wohnen" und "Ambient Assisted Living - AAL" sind in aller Munde. Modernste Gebäude- und Kommunikationstechnik kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten und schon ist man beim Smart Home. Kaum eine neue Wohnanlage in schicker Lage wird ohne diese Begrifflichkeiten angeboten. Aber Vorsicht, elektrische Rolladen, intelligente Heizungs- und Lichtsteuerung sowie Alarmsysteme sind eigentlich nur technische Besonderheiten, die einem das Leben zwar einfacher machen können, aber nur ein Bruchteil dessen sind, was eigentlich ein Smart Home unter dem Gesichtspunkt "Wohnen mit Service - oder sagen wir besser Wohnen mit Pflegeservice" bieten soll.

Schon seit einigen Jahren wird im Pflegeumfeld der klassische Hausnotruf-Service in Verbindung mit ambulanten Pflegeorganisationen angeboten. Ein bislang erfolgreiches Modell, welches aber bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Wenn wir mal einen Blick zu unseren Nachbarn in den Niederlanden werfen stellen wir fest, dass es dort schon seit Jahren technologische Systeme gibt, die kranke und bedürftige ältere Menschen im häuslichen Umfeld medizinisch überwachen. Hierzu gehört auch, dass medizinische Daten direkt digital an Notrufzentralen übersandt werden können und die Krankenakte der überwachten Personen durchgängig vom Hausarzt bis hin zum Pflegeservice digital einsehbar ist. Telekonsultationen per Videotechnik sind Stand der Dinge. Während wir uns hier in Deutschland in Datenschutzthematiken und Finanzierbarkeitslösungen verstricken, machen sich unsere Nachbarstaaten schon seit Jahren auf den Weg, unser generelles Problem der Alterspyramide und dem damit verbundenen Älterwerdens der Menschheit in den westlichen Staaten anzugehen.

Technische Lösungen seitens der Dienstleister sind vorhanden, Musterprojekte kann man besuchen und sich auch beraten lassen, wie und womit man beim Aufbau einer passenden AAL-Struktur und eines Smart Homes anfangen soll und wo die anfänglichen Fehlerquellen liegen. Ich würde mir von der Politik, insbesondere im kommunalen Bereich einfach mehr Mut wünschen, um mal mit geringem Budget ein Musterprojekt auf die Beine zu stellen. Ich bin mir sicher, dass wenn Erfolge sichtbar sind, insbesondere bei einer mittel- und langfristigen Einsparung im Pflegesegment, schnell auch Bundesmittel angefordert würden. 

Ich bin gespannt, wie die momentanen AAL-Projekte in Deutschland weiter laufen werden. Ich habe die böse Vermutung, dass hier wieder Jahre ins Land ziehen und außer Hausnotruf und einem Fallsensor keine konsequente telemedizinische Überwachungslösung eingesetzt wird. Lassen wir uns überraschen.

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/adult-elder-elderly-enjoyment-432722/ 

Schlagwörter:
Frank Bergs
Soziale Kanäle des Authors
Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag