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Herausforderung Klinik-OP

27. Jun. 2018
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Tags: OP, Klinik, Operationssaal
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Author: Frank Bergs

Kaum ein anderer klinischer Bereich ist funktional und ökonomisch so wichtig wie der OP-Bereich. Er ist eine maßgebliche Komponente für die Wirtschaftlichkeit einer Klinik.

Aber warum ist das so? Der OP-Saal ist das Herzstück eines Klinikbetriebes, da hier erbrachten Leistungen maßgeblich über den Ruf einer Klinik entscheiden. Doch in vielen Kliniken ist der OP auch ein neuralgischer Punkt - hier müssen Prozessabläufe klar definiert sein und die OP-Bereiche optimal in die bestehende Organisations- und IT-Struktur des Hauses eingebunden werden. Und hier scheiden sich die Geister. Zwar koordinieren inzwischen in vielen Krankenhäusern OP-Manager die Abläufe, ihre Aufgabe ist aber schwierig: Sie befinden sich im Kreuzfeuer unterschiedlicher Interessen, ernten von allen Seiten Kritik und müssen ihre neutrale und sachbezogene Position gegen die Vereinnahmungsversuche unterschiedlicher Interessenvertreter verteidigen.

Hinzu kommt ein sehr anspruchsvolles Hygienemanagement und das Handling von immer komplexerer Medizintechnik, die auch noch über ein gutes Schnittstellenmanagement die erhobenen Daten in die verschiedenen klinischen IT-Systeme übertragen muss. Viele Kliniken stehen zudem vor der Aufgabe, diesen Anforderungen durch umfassende OP-Restrukturierungs- oder Neubaumaßnahmene gerecht zu werden. Es geht dabei in erster Linie darum, den gesamten OP-Bereich optimal in die gesamte Klinik- und Prozess-Struktur einzubinden. In diesem Zusammenhang sind auch die Begriffe des "integrierten OPs" und des "Hybrid-OPs"entstanden. 

Beim integrierten OP geht es hauptsächlich um die Informationsbereitstellung und die Informationsdarstellung im OP. Vorhandene vernetzte Medizintechnik, klinische IT-Systeme und Daten und Bilder aus Videoquellen bringen den behandelnden Ärzten und dem Klinikmanagement enorme Vorteile, indem optimale bedienerfreundliche Arbeitsabläufe gewährleistet werden und die gewonnen Daten systematisiert in die digitalen Patientenakten und Datenarchive transferiert werden.

Ein Hybrid-OP ist ein Operationssaal, der mit modernster radiologischer Bildgebung z.B. in Form einer High-Tech-Angiografieanlage ausgestattet ist und gleichzeitig alle hygienischen Merkmale eines klassischen Operationssaals besitzt. Somit können im Hybrid-OP detaillierte Röntgendiagnostik als auch sterile Interventionen und Operationen simultan durchgeführt werden. Hier ist ein gleichzeitiges Diagnostizieren, Intervenieren und Operieren möglich.

Allen OPs ist aber gemeinsam, dass eine gute OP-Integration in Zukunft kaum noch eine Ermessensfrage ist, sondern aufgrund der fortschreitenden Digitalisierungs-, Vernetzungs- und Integrationsprozessen in einer Klinik auch ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit ist.

 

 

 

Quellen:

Quelle Text: mt-medizintechnik Ausgabe 3.2018 - Bericht: Der integrierte OP zwischen Vision und Wirklichkeit; Autor: B. Lehnhoff

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/view-of-operating-room-247786/

 

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