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Health-IT: Die wichtigsten Themen und Trends der nächsten Jahre

28. Nov. 2017
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Tags: Health-IT, Big Data, Cybersecurity
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Author: Frank Bergs

Die IT-Abteilungen in Gesundheitseinrichtungen stehen in den nächsten Jahren vor einigen Herausforderungen. Sei es die Umsetzung des IT-Sicherheitsgesetzes, die Scharfschaltung der EU-DSGVO oder die immer stärkere Vernetzung von Medizintechnik und IT. Aber mit jeder Herausforderung steigen auch die Investitionen in die Technik und das Fachpersonal, welches für einen reibungslosen Ablauf auf Soft- und Hardwareebene zuständig ist.

Glaubt man den großen Trend-Forschungsinstituten, liegen insbesondere in der Vernetzung, der Cybersecurity und der Datenanalyse die absoluten Schwerpunkte aller Akteure im Gesundheitswesen. Das Internet der Dinge (IoT), mHealth und telemedizinische Anwendungen werden und sind schon heute die verbindenden Glieder zwischen Patienten und Gesundheitseinrichtungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Patient vor Ort ist oder irgendwo auf der Welt unterwegs ist. 

Hier sind die für mich wichtigsten Themen und Trends in der Health-IT:

Vernetzung

Die Vernetzung ist ein weit gefächerter Bereich und neben der Datensicherheit der vielleicht wichtigste Punkt in der Gesamtstrategie von Gesundheitseinrichtungen. Hier ist nicht nur die Vernetzung (Konnektivität)  von Medizintechnik und IT zu sehen, sondern die sichere Vernetzung alle Akteure des Gesundheitswesens untereinander. Angefangen vom Patienten, bis hin zu Haus- und Fachärzten, Kliniken, Krankenkassen, Pflegeeinrichtungen und sonstigen Dienstleistern. Die mobile Technologie und die Telemedizin werden dabei eine führende Rolle spielen. Allerdings sind viele infrastrukturelle und sicherheitstechnische Hürden zu überwinden. Daher kann und wird dieser Bereich auch immer von den zur Verfügung stehenden Investitionsvolumina und politischen wegweisenden Entscheidungen der Bundes- und Landesregierungen abhängen.

Datenschutz und Datensicherheit

Das IT-Sicherheitsgesetz und die EU-DSGVO werden in den nächsten 12 Monaten bindend für die Kliniken. Alleine dieser Bereich bereitet vielen Häusern großes Kopfzerbrechen da es gilt, vorhandene technische IT-Infrastrukturen zu überprüfen, zukünftige Trends und Themen in der Gesundheits-IT mit zu berücksichtigen und das Ganze im Rahmen der vorhandenen und zukünftigen Budgets zu händeln.

Datenanalytik und Big Data

Hier ist nicht nur das Sammeln von Kundendaten (Patientendaten) gemeint, was insbesondere den Kostenträgern für zukünftige Beitragskalkulationen hilfreich ist, sondern auch der Bereich des Datenmanagements. Das renomierte Beratungs- und Meinungsforschungsunternehmen Frost & Sullivan sieht insbesondere für Big Data ein enormes Potential. Dies liegt wohl auch daran, dass sich das Gesundheitssystem weltweit zu einem wertorientierten und präventivem Pflegemodell entwickelt und dazu eine verbesserte Datenaggregation und Datenanalytik notwendig wird. Mediziner und Gesundheitseinrichtungen werden zukünftig dafür belohnt werden, wenn sie insbesondere bei chronischen Krankheiten für die langfristige Verbesserung von Patientenresultaten belohnt werden, anstatt an den erbrachten Pflegeleistungen gemessen zu werden.

Datenspeicherung

Insbesondere wird hier dem Cloud Computing ein wichtige Rolle zukommen. Mobiles Monitoring von Bewegungs- und Vitalparametern und Datenspeicherung über Cloud Computing eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten dem gestiegenden Gesundheitsbewusstsein und dem Monitoring von Patientendaten von "Hospital to Home" gerecht zu werden. Viele Gesundheitseinrichtungen und Träger werden sich dieser Thematik auch daher annehmen, weil sie über eine gesicherte Cloud mehr infrastrukturelle Vorteile als Nachteile haben. Softwareanwendungen, wie webbasierte klinische Informationssysteme, elektronische Gesundheits- und Patientenakten und weitere Webservices wandern über kurz oder lang in die Cloud. Aber auch bei der Medical Cloud wird es viele unterschiedliche Modelle geben (On Premise, IaaS, PaaS und SaaS), die sich an den Bedürfnissen und infrastrukturellen Gegegebenheiten der Einrichtungen ausrichten.

Reimbursement

In Zukunft wird es einige neue Vergütungsmodelle geben, die sich an den gewonnenen Daten für die Behandlung und den Pflegeerfolg ausrichtet. Schon heute sagen gut 35% der Kostenträger in der EU, dass sie neue Kostenerstattungsmodelle berechnen, die sich auf die Analyse von gewonnenen Patientendaten (siehe Big Data) stützen. Dies ist aber auch nur möglich, wenn die erforderliche IT-Infrastruktur zwischen den Leistungserbringern vorhanden ist.

Man kann jetzt nicht behaupten, dass alles anders wird. Nein, diese Themen und Trends sind schlichtweg unseren Lebens- und Verhaltensweisen und der sich immer fortschreitenden Technologie geschuldet. Die Fallzahlen werden schon alleine durch die immer älter werdende Gesellschaft und das starke Bevölkerungswachstum von Jahr zu Jahr höher. Gute, effiziente und datensichere IT kann dabei behilflich sein, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Wichtig ist, dass man sich auf den Weg gemacht hat oder werden wird, um diese Themen und Trends der Health-IT mit Leben zu füllen. Aufzuhalten sind sie nicht.

 

Quellen:

Quellen Text: https://ww2.frost.com/news/press-releases/enormes-potenzial-fur-big-data-im-gesundheitswesen-bevolkerungsbezogenes-gesundheitsmanagement-klinische-entscheidungshilfe-und/

Quellen Bild: https://www.pexels.com/de/foto/computer-verschlusselung-programmierung-programmierer-97077/

 

 

Frank Bergs
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