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Gesundheitssensoren: Anwendungsbereiche ohne Limit

29. May. 2018
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Tags: Gesundheitssensor, Wearables, RFID
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Author: Frank Bergs

Vom Teppich, der Stürze meldet, bis zum Spiegel, der das Kämmen anmahnt: Vernetzte Heimtechnik soll im Alter ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und Pfleger unterstützen. Und dabei spielen intelligente Sensoren eine ganz wichtige Rolle. 

Der Markt für Sensortechnik im Gesundheitswesen ist schier unerschöpflich und die dazu eingesetze Technik ist immer ausgereifter. Aber die Erhebung von Daten nahe am Körper und direkt am lebenden Organismus bringt auch besondere Herausforderungen mit sich. Sensoren sollen in aller Regel tragbar, flexibel und gewebeverträglich sein bzw. werden. Zudem müssen sie unter veränderlichen Bedingungen gut funktionieren und ihre gewonnen Daten zuverlässig übermitteln.

Firmen wie Apple haben diesen Markt schon lange erkannt und bieten in Kombination zu iPhone und Apple Watch eine Vielzahl von Gerätschaften im Fitness- und Gesundheitsmonitoring an, wo sensible Sensoren verbaut sind, die ihre Daten direkt in die eigene Apple Gesundheits-Software übertragen. Vom Blutdruckmessgerät, über die Cardio-Waage und dem Activity-Tracker, die Auswahl ist schier unerschöpflich. Aber dabei stellen diese mit intelligenten Sensoren ausgestattete Gerätschaften nur die untere Ebene dessen dar, was heute schon möglich ist. 

Der Markt der Zukunft liegt bei Sensoren, die direkt im Körper angebracht werden. Durch die Weiterentwicklung der Mikrosystemtechnik ist es heute schon möglich, Implantate mit Mess- und Überwachungsfunktionen auszustatten, wie zum Beispiel intelligente Hüftprothesen. Am Fraunhofer IPMS wurde auf Basis der Transpondertechnologie eine Plattform entwickelt, die die Elektronik im Implantat mit Energie versorgen und gleichzeitig Messdaten auslesen kann. So erhofft man sich eine langzeitige Überwachung des Implantats unter gleichzeitiger Überwachung der Implantatumgebung.

Die Förderung der „Intelligenten Implantate“ ist auch Bestandteil des Aktionsplans Medizintechnik des BMBF (Bundesforschungsministeriums) und damit ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Dafür stellt das Ministerium etwa 15 Mio. € zur Verfügung. In diesem Rahmen wurden mehrere Projekte für eine Förderung ausgewählt. Von der hochsensiblen Ansteuerung einer Handprothese mittels implantierter Impulsableitung an der Muskulatur bis zum implantierbaren Sensor zur Bestimmung wichtiger Parameter zur Diagnose und Therapie von Herzinsuffizienz findet sich alles, was heute und in Zukunft mit Sensor- und Transpondertechnik möglich ist. Intelligente Implantate finden sich in Zukunft überall dort, wo spezifische Erkrankungen mit Chronifizierungen zu finden sind.

Aber auch die Textilindustrie hat diesen neuen Markt für sich erkannt. Forscher der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) stellten im Fachmagazin "Nature Electronics" ein Verfahren vor, wo mit Hilfe von in Kleidung eingenähten RFID-Chips künftig Puls und Blutdruck von Menschen langfristig überwacht werden können. Neue Textilmaterialien, die sowohl elektrische Leitfähigkeit besitzen als auch flexibel und atemfähig sind, können aber auch wichtig sein, um Wearables und Fitness-Sensoren mit Strom zu versorgen.

Sind wir gespannt, was die Forscher in den nächsten Jahren noch alles in der Entwicklungspipeline haben. Eines ist jedoch klar: Limitierungen im Anwendungsbereich von Gesundheitssensoren gibt es wenige. Und die Limitierungen die es gibt, werden durch immer ausgereiftere Technik in den nächsten Jahrzehnten aufgehoben. Wenn sich dadurch in Zukunft die Gesundheitskosten drastisch senken lassen und zusätzlich sich das Wohlbefinden und die Lebenserwartung der Menschen steigern lässt, kann man dieser Technologie nur positiv gegenüber stehen.

Quellen:

Quelle Text: Fraunhofer IPMS; BVmeD;

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/person-wearing-white-silicone-strap-black-smart-watch-267394/

Frank Bergs
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