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Gen-Medizin: Unruhige Zeiten in der Biologie und Medizin

26. Dec. 2017
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Tags: Gen-Medizin, CRISPR, Genetik
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Author: Frank Bergs

Die Entdeckung von Dispositionen für Krankheiten auf den Genen machen die vorhersagende Medizin möglich. Was liegt also näher mit Hilfe von Gentests Ärzte bei den Diagnosestellungen, der Wahl der Therapie und vorbeugenden Maßnahmen zu unterstützen.

Doch dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was momentan in der Gen-Medizin umgesetzt wird. Die erstaunliche Genom-Editiermethode CRISPR hat das Potenzial die Medizin so zu verändern, wie wir uns das heute noch nicht vorstellen können. Obwohl die CRISPR-Forschung noch in den Kinderschuhen steckt, zeigen Studien und klinische Untersuchungen die schnelle Entwicklung und das unglaubliche Potential dieser Methode. CRISPR / Cas9 ist eine revolutionäre Technologie, die präzise, gezielte Veränderungen der genomischen DNA ermöglicht. In der Welt der Gentechnik ist es wirklich eine Revolution. Vereinfacht kann man sich vorstellen, dass aus einer vorhandenen DNA Bausteine umgeschrieben oder "editiert" werden. Häufig hört man auch den Begriff der "Gen-Schere" oder der "Gen-Chirurgie", weil das Cas9-Protein als sogenannte Schere funktioniert, die den DNA-Strang durchtrennt.

Während im Jahr 2016 Experimente zeigten, wie Wissenschaftler Mäuse mit Duchenne-Muskeldystrophie durch Gen-Editierung behandeln konnten, berichtete das MIT Technology Review ein Jahr später über den ersten bekannten Versuch, in den USA genetisch veränderte menschliche Embryonen zu erzeugen. Ein Szenario wie aus einem Science-Fiction-Film.

Das diesem neuen Therapieansatz ein großes Potential zugeschrieben wird, zeigt ein Blick auf Partner und Investoren der Firma CRISPR Therapeutics in der Schweiz. Große amerikanische Biotech-Unternernehmen und Pharmaziekonzerne sind langjährige strategische Kooperationen mit dem Start-Up-Unternehmen eingegangen und haben bei entsprechendem Forschungsfortschritt Meilensteinzahlungen in Milliardenhöhe vereinbart.

Doch man sollte auch nicht vergessen, dass bei aller Euphorie es noch Jahre dauern wird, bis das ein Unternehmen wie CRISPR Therapeutics die Gen-Schere für diverse Erbkrankheiten anwenden kann und vor allem auch darf. Und das ist gut so. Nur mit einem hoch kontrollierten Kontrollsystem durch staatliche und wissenschaftliche Behörden und Zulassungsstellen kann vermieden werden, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit dieser bahnbrechenden Therapie erfolgt. 

Daher sind besonnene Debatten über die Folgen der Gentechnik in der Medizin absolut angebracht um Diskussionen zum Thema "Designerbaby" oder "Retortenmensch" vorzubeugen, zumal es britischen und amerikanischen Forscherteams schon gelungen ist, einen menschlichen Embryo zwei Wochen lang in der Petrischale heranwachsen zu lassen.

Mir macht die ganze Sache Angst, aber auch ein wenig Mut. Mut, dass eventuell in Zukunft verheerende Zivilisationskrankheiten mit Hilfe der Gen-Medizin ausgelöscht werden können. Aber wir sollten immer ein Auge darauf haben, dass diese Technologien nicht in die falschen Hände geraten. Jurassic-Park lässt grüßen ...

 

 

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/de/foto/baby-beruhren-festhalten-frau-208189/

 

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Frank Bergs
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