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Fallstricke der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen

03. Apr. 2018
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Tags: Digitale Vernetzung, Interoperabilität, Klinik
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Author: Frank Bergs

Das verabschiedete E-Health Gesetz enthält einen groben Fahrplan zur digitalen Vernetzung der Selbstverwaltung und weitere Schritte mit nutzenbringenden Anwendungen. Allerdings gibt es hier noch einige Fallstricke, die es zu beachten gibt. Wichtig bei der Planung einer digitalen Strategie ist, dass der digitale Prozess den Menschen dienen muss und nicht umgekehrt.

Alleine beim Aufbau einer geeigneten WLAN-Struktur im Krankenhaus, aber auch in Praxen und anderen Gesundheitseinrichtungen, werden Managementsysteme benötigt, die eine sichere Verwaltung von unterschiedlichen Anwendungen, wie z.B. der mobilen Visite, ermöglichen. Daher sollte speziell hier darauf geachtet werden, dass der gleichzeitige Betrieb von mehreren vituellen WLAN-Netzen mit eigenen Sicherheitskennungen und unterschiedlichen Sicherheitsstufen ausgestattet sind. Es empfiehlt sich sowieso generell Patienten- und Mitarbeiternetze zu separieren. Sind die Funknetze mit geeigneten Verschlüsselungsmethoden ausgestattet, haben die Access Points eine Zertifizierung zum Nachweis einer elektomagnetischen Verträglichkeit und unterstützen die Network Access Controller die neusten Sicherheitsstandards wie die IEEE 802.11i? Dies sind nur ein paar wenige Punkte, die es alleine bei der Verwendung von WLAN- bzw. VLAN-Netzen zu beachten gibt.

Schon Ende 2014 haben Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft der Bundesregierung auf dem 8. Nationalen IT-Gipfel in Hamburg die "Charta der Digitalen Vernetzung" übergeben. Doch am Rande ging es immer wieder um ein Thema: Die rechtlichen Probleme, die aus der digitalen Vernetzung entstehen. Angekommen in 2018 stellt man fest, dass insbesondere im Bereich des Datenschutzes noch immer einige Fragen offen sind, die auch nicht eindeutig in der EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) beantwortet werden können. Und dabei tritt diese offiziell im Mai in Kraft.

Im Bereich der Interoperabilität, wo häufig in der praktischen Anwendung verschiedene medizinische Geräte von unterschiedlichen Herstellern miteinander vernetzt sind, ringt man um einheitliche Schnittstellenformate zur Datenübertragung in klinische IT-Systeme. Auch dieser Prozess wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Noch müssen wir öfters damit leben, dass sowohl die Geräte als auch die IT-Systeme nicht miteinander "reden".

Aber dennoch: Die Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialwesen ist nicht mehr aufzuhalten. Und das ist gut so. Es gilt einfach die mannigfaltigen Fallstricke zu erkennen, geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten und mit der Hilfe von verschiedenen Verbänden und Arbeitsgruppen "Standards" zu entwickeln, die dann auch rechtskonform umgesetzt werden können. Wir sind auf einem guten Weg, sollten uns aber nicht durch immer wieder auftretende "Fallstricke" vom Ziel der digitalen Vernetzung im Gesundheitswesen abbringen lassen.

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/close-up-photography-of-spider-web-167259/

Frank Bergs
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