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Elektronische Patientenakte – eine Success Story?

09. Apr. 2018
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Tags: elektronische Patientenakte, Gesundheitskonto, vitabook
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Author: Frank Bergs

Bei der elektronischen Patientenakte sprechen viele Experten gerne von der „Königsdisziplin“ unter den E-Health-Anwendungen. Zur Zeit konkurrieren eine Vielzahl von Aktenmodellen und –initiativen um die Gunst der Nutzer. Doch nur wenige Modelle sind auch schon erfolgreich im Klinikalltag integriert.

Die ersten elektronischen Gesundheitsakten hießen Careon, vita-x, Google Health oder LifeSensor und gelten heute noch als Vorreiter im digitalen Gesundheitswesen, aber bis auf Careon sieht man kaum noch die obigen First Mover im Markt. Zur Zeit arbeiten einige Krankenkassen an eigenen Entwicklungen in diesem Segment und versuchen ihr individuelles Anforderungsprofil in den IT-Lösungen wiederzufinden.

Die Firmen CompuGroup, mit der Software CGM Life, sowie die vitabook GmbH aus Hamburg sind momentan die Unternehmen, die auf Hersteller-Ebene in Deutschland am aktivsten unterwegs sind. Ich möchte mich in meinem heutigen Blog-Beitrag mal auf die vitabook ePA beschränken, da sie schon aktuell von einer Vielzahl von Patienten und auch Kliniken genutzt wird. Die Hamburger sprechen hier aber bewußt von einem Gesundheitskonto und nicht von einer elektronischen Patientenakte (ePA), da die Daten immer dem Patienten alleine gehören und die Patienten auch die Datenhoheit besitzen.

vitabook nutzt bei seinem Gesundheitskonto die Microsoft Cloud Deutschland als Plattform, um die eigenen Gesundheitsdaten an einer Stelle zu bündeln und z.B. im Notfall oder nach einem Umzug digital via Cloud jederzeit und weltweit verfügbar zu machen. Um den Datenschutzbestimmungen und der geforderten hohen Datensicherheit gerecht zu werden, setzt das Hamburger Unternehmen dabei auf eine Multifaktor-Authentifizierung. Mit der Multifaktor-Authentifizierung werden zusätzlich zur E-Mail-Adresse und Kennwort eine persönlich generierte 6-stellige PIN angegeben, welche die vitabook Authenticator App erstellt. Die Anmeldung soll somit deutlich sicherer sein als sonstige am Markt befindliche Modelle.

Fast genauso wichtig wie die Datensicherheit sind auch die möglichen Datenübertragungswege und die Interoperabilität zu vorhandenen KIS- und sonstigen Patientendaten-Management-Systemen. Hier hat vitabook schon mit einigen KIS-Herstellern auf dem Markt ihr vitabook-Gesundheitskonto in die KIS-Anwendung integriert. Insbesondere der von vitabook entwickelte elektronische Implantatausweis ist schon im Herzzentrum in Konstanz und auch in der Uniklinik Mannheim im Einsatz. Mit dem elektronischen Implantatausweis von vitabook und dem damit verknüpften Implantatregister sowie den zentral bereit gestellten Patienteninformationen erfüllen diese oben genannten implantierenden Einrichtungen schon heute alle Anforderungen der neuen Verordnung für implantierbare Medizinprodukte. Die Kliniken steigern dadurch enorm ihr Entlass-Management, indem sie Entlass-Medikationen, Röntgenbilder und sonstige Informationen über den elektronischen Implantatausweis direkt im Gesundheitskonto des Patienten ablegen können.

Wesentlich wichtiger erscheint mir aber persönlich, dass der Patient mit seinem Gesundheitskonto Herr seiner eigenen Krankheitsakte wird. Er kann seine Daten weltweit und von jedem Ort ansehen und die Informationen weitergeben, die er für wichtig und richtig hält. Zudem muss er nicht in Papierform Impfpass und Blutspendeausweis sowie sonstige Papiere, wie Patientenverfügungen und weitere Vollmachten, mit sich führen bzw. an einem sicheren Ort deponieren. All diese Informationen lassen sich z.B. im vitabook Gesundheitskonto hinterlegen.

Einrichtungsübergreifende Elektronische Patientenakten (ePA) oder Gesundheitskonten sind aus meiner Sicht der zentrale digitale technologische Hebel für mehr Kooperation und Transparenz im Gesundheitswesen. Zudem verbessert sich durch den Einsatz enorm die Qualität und die Effizienz in der Versorgung und stärkt zudem deutlich die Patienten in ihrer Eigenverantwortung.

Doch wo bleibt die Kritik an den schon am Markt befindlichen Lösungen? Patientenvereinigungen reiben sich zum Teil schon seit Jahren an dem Thema Datenschutz. Viele Studien zeigen jedoch, dass Datenschutzbedenken die Modernisierung vollkommen unnötig blockieren. Aber auch da ist es ja jedem Menschen selbst überlassen, ob er sich für elektronischen Datentransfer öffnet oder nicht.

Ich kann die Kritiker der ePA nicht verstehen, die sich über unzureichende Datensicherheit bei den vorhandenen Lösungen beschweren, aber gleichzeitig seit vielen Jahren ihre gesamten Bankgeschäfte über ein Online-Banking abwickeln. Eines ist doch klar: Anbieter wie vitabook und Co können es sich gar nicht erlauben gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen zu verstoßen, da es automatisch das Ende ihres Geschäftsmodells nach sich bringen würde. Wichtig erscheint mir aber, dass alle Akteure in diesem Segment sich regelmäßigen Prüfungen durch unabhängige Prüfstellen unterziehen, damit die vielleicht letzten offenen Fragen in Punkto Datensicherheit auch offiziell mit Prüfsiegel vom Tisch sind.

Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch einige interessante Applikationen bei vitabook sehen werden, die nicht nur Effizienz und Effektivität in der Gesundheitsversorgung steigern sondern auch nachhaltig zur allgemeinen Kostensenkung beitragen können.

Quellen:

Quellen Text: vitabook; Bertelsmann Stiftung; KBV;

Quellen Bild: vitabook GmbH

Frank Bergs
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