Merken

E-Health Strategie Deutschland: 12 Punkte Papier der CDU

28. Aug. 2017
/
0 Kommentare
/
Tags: E-Health, E-Health-Gesetz, E-Health-Strategie
/
Author: Frank Bergs

Der politische Wahlkampf ist im vollen Gange und die CDU positioniert sich in diesem Zuge auch zum Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen. Für mich einfach ein Anlass, mal die einzelnen 12 Punkte im Strategiepapier näher unter die Lupe zu nehmen. Interessant sind die "Claims", die in diesem Positionspapier des Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege sowie des Netzwerks Digitalisierung verwendet werden: Digitalisierung heißt Vernetzung, Digitalisierung heißt bessere medizinische Versorgung, Digitalisierung heißt neue Therapiemöglichkeiten. Wenn man diesen Claims Glauben schenken mag, dann sind wir ja auf dem richtigen Weg. Aber damit alle Leser wissen worüber wir sprechen, sind hier nochmal die 12 Punkte der E-Health Strategie für Deutschland aufgeführt:

  1. Mit E-Health den Weg zum selbstbestimmten Patienten ebnen

  2. Stärkung der digitalen Gesundheitskompetenz der Bürger

  3. Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen langfristig ermöglichen

  4. Vernetzte digitale medizinische Versorgung in die Fläche bringen

  5. Mehr Transparenz und effiziente Regulierung

  6. Den innovativen Gesundheitsstandort Deutschland stärken

  7. Datenschutz und -sicherheit

  8. Effektivere Nutzung von Big Data für die Gesundheitsversorgung und Forschung

  9. Interoperabilität auf Basis anerkannter Standards sicherstellen

  10. Das Potenzial der Digitalisierung für höhere Kostenersparnisse und administrative

    Entlastung ausschöpfen

  11. Deutschlands Beitrag zur Entwicklung der globalen Gesundheits-Informations- und

    Kommunikationstechnologien sicherstellen

  12. Ethische Herausforderungen der Digitalisierung angehen – Bewahrung eines

    solidarischen Gesundheits- und Versicherungswesens 

Im Wesentlichen beruft sich der Fachausschuss darauf, dass das E-Health-Gesetz den Grundstein für die digitale Infrastruktur gelegt hat und jetzt mit einer nationalen E-Health-Strategie der Wandel im Gesundheitswesen vorangebracht werden soll. Die kritische Frage müsste erlaubt sein, was denn in all den Jahren bisher passiert ist in Sachen E-Health. Wo sind die praktischen Umsetzungen in der Fläche und warum werden wichtige Schritte und die dazugehörigen politischen Entscheidungen, insbesondere beim Datenschutz, nicht konsequent umgesetzt? Das gesamte Strategiepapier ist aufgebaut auf den Worten: "Ziel muss es sein, dass...". Liebe Strategen und Politiker. Ziele haben wir genügend definiert. Jetzt lasst mal den Worten Taten folgen und übt den Druck auf die Leistungsträger im Gesundheitswesen aus, der ihnen spürbar wehtut. Es wird Zeit in die Umsetzungsphase zu gehen. Die Technik dazu gibt es schon lange am Markt und wenn nicht in Deutschland, dann bei unseren europäischen Nachbarn oder in Übersee. Kaum zu glauben, dass es in Dänemark eine nationale E-Health-Plattform gibt, die nicht nur technisch einwandfrei funktioniert, sondern auch mit relativ wenig Aufwand sich in das deutsche Gesundheitswesen integrieren ließe. Aber dann müsste man die Entscheidung treffen unsere elektronische Gesundheitskarte endlich mal zu begraben. Nur wer zieht sich in der politischen Landschaft vor der Bundestagswahl diesen Schuh an, dass man Milliarden in ein Projekt gesteckt hat, was eigentlich nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und den Erfordernissen der Zukunft entspricht. Schauen wir, was nach der Bundestagswahl in dieser Richtung passiert.

Quellen:

Quelle Text: E-Health-Strategie für Deutschland - Gemeinsamer Beschluss des Bundesfachausschusses Gesundheit und Pflege sowie des Netzwerks Digitalisierung

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/white-black-game-fun-33390/

Frank Bergs
Soziale Kanäle des Authors
Hinterlasse einen Kommentar zum Beitrag