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Blockchain im Gesundheitswesen: Wo stehen wir in den nächsten Jahren?

26. Nov. 2017
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Tags: Blockchain, Gesundheitswesen, Interoperabilität
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Author: Frank Bergs

Blockchain ist schon lange in der digitalen Welt angekommen. Spätestens seit wir mit der Währung Bitcoin konfrontiert wurden, ist dieser Begriff in aller Munde.

Aber was bedeutet Blockchain überhaupt? Das Wort Blockchain kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt schlicht "Block-Kette". Diese kontinuierlich miteinander verbundenen Datensätze, auch "Blöcke" genannt, sind mittels kryptographischer Verfahren miteinander verkettet. Soviel zunächst zur Theorie.

Das Potential für Blockchain im Gesundheitswesen wird von vielen Experten der Digitalisierung beschworen. Aber sind wir denn schon soweit, dass wir diese Technologie in den nächsten Jahren gewinnbringend im Gesundheits- und Sozialwesen nutzen können? Das das Medizinwesen digital wird, oder zum großen Teil schon ist, kann nicht bestritten werden. Doch häufig kommen dabei isolierte Systeme zum Einsatz, die den Austausch von Daten erschweren oder erst gar nicht ermöglichen. 

Eine Umfrage des Forschungsinstituts Black Book Research hat ergeben, dass viele Führungskräfte aus dem Gesundheitssektor positiv zur Blockchain-Technologie stehen: 90% der 88 befragten Unternehmen sowie 276 IT-Spezialisten glauben, dass sich Probleme in den Bereichen Datenaufzeichnung und -Austausch sowie der Privatsphäre durch entsprechende Lösungen reduzieren lassen.

Aus meiner persönlichen Sicht ist aber der eigentliche Hintergrund zur Verwendung einer Blockchain Technologie, dass in Zukunft durch die immer stärkere Vernetzung von Medizingeräten die Notwendigkeit besteht, diese Daten vor Datenschutzverletztungen zu schützen. Genau hier setzt die Blockchain-Technologie mit ihrer umfassenden Sicherheitsstruktur an. Gehen wir noch einen Schritt weiter aus dem Krankenhaus in die häusliche Versorgung und überwachen dabei noch den Patienten über telemedizinische Technologien, ist ein sicherer und absolut nachvollziehbarer Datentransfer unabdingbar. Fortschrittliche Interoperabilität im Gesundheitswesen kommt daher nicht an einer durchdachten Blockchain-Technologie vorbei. Dabei können dann in Zukunft, wie über ein "Register", von allen Akteuren des Gesundheitswesens jegliche Aktionen eingesehen und auch auch weiterdokumentiert werden. Die Transparenz der einzelnen Dinge, die in dem Gesamtprozess von jedem Akteur unternommen werden, steht dabei im Vordergrund. Man tut Dinge und sieht gleichzeitig, was die anderen Akteure in dieser Leistungskette erbringen. Volle Transparenz, bis ins letzte Glied. Die Frage stellt sich natürlich auch, wer den größten Nutzen von dieser Technologie haben wird.  

In der Pharmaindustrie könnte sie zur Verhinderung der Herstellung gefälschter Medikamente genutzt werden. In der Krankenhauslogistik beispielsweise zur Verfolgung der Lieferketten und bedarfsgerechter Lagerstände und Qualitätssicherung. Bei der Übertragung der Daten von Wearables kann Blockchain als Frühwarnsystem verwendet werden. Ein Beispiel hier wäre die autonome Überwachung eines Herzschrittmachers. Letztendlich wird aber der größte Vorteil dieser Technologie darin münden, die gewonnenen Patientendaten kryptografisch zu sichern und fortzuschreiben sowie diese in die Hand der Patienten zu geben.

Schenkt man den Experten Glauben, wird spätestens in 2025 diese Technologie in vielen Bereichen des Gesundheitswesens Einzug gehalten haben. Es stellt sich aber immer noch die Frage, wie sich Gesundheitseinrichtungen diese Technologie "leisten" können und wann sie überhaupt anfangen ihre Digitalisierungsstrategie auf die nächste Stufe zu heben. Notwendige Investitionen sind schwer quantifizierbar und der Return on Invest ebenso kaum abschätzbar. Das ist ein hohes Risiko für alle Beteiligten. Zudem gibt es noch viele rechtliche Fragen in diesem Konsens.

Unstrittig ist für mich aber, dass man sich strategisch zumindest auf den Weg machen sollte, um Lösungsansätze im Rahmen der Vernetzung und des gesicherten interoperabelen Informationsaustauschs zu erarbeiten. Ob mit, oder ohne Blochchain-Technologie. Ich bin gespannt...

Quellen:

Quellen Text: https://www.btc-echo.de/blockchain-technologie-im-gesundheitswesen-der-zukunft/

Quellen Bild: https://www.pexels.com/de/foto/bildschirm-brille-brillen-computer-577585/

 

Frank Bergs
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