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Augmented- und Virtual-Reality in der Medizin

14. Mar. 2018
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Tags: Augmented Reality, Virtual Reality, Simulation
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Author: Frank Bergs

Augmented Reality ist schon längst in den OP-Säalen deutscher Kliniken angekommen. Zwar ist dies noch längst nicht Standard, aber Wissenschaftler aus der ganzen Welt arbeiten daran, dass Augmented-Reality-Systeme in die Abläufe ärztlicher Arbeit integriert werden.

Die Forscher des Frauenhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGS haben im Rahmen des geförderten projektes 3D-Arile ein neuartiges AugmentedReality-System für die Lymphknotenentfernung bei Krebspatienten entwickelt. Dabei wird die Position eines Lymphknotens über eine AR-Brille virtuell eingeblendet, um den Ärzten eine Navigationshilfe und die genaue Lage von mit Krebs befallenen Lymphknoten zu geben und die Risiken einer OP zu minimieren. Darüber hinaus hilft das neue System nicht nur dem Arzt, sondern hat auch Vorteile für den Patienten. Anstelle einer bisher genutzten radioaktiven Markierungssubstanz wird nun der Farbstoff Indocyangrün (ICG) verwendet. Dieser ist weniger schädlich für den menschlichen Körper und stellt in Kombination mit den Infrarot-Kameras und der AR-Datenbrille eine gute Alternative dar, um den befallenen Lymphknoten zu markieren und so komplett entfernen zu können. 

Ein weiteres Beispiel für Augmentes Reality im OP wird an der Münchner Ludwigs-Maximillians-Universität mit einem mobilen C-Bogen - ein spezielles, mobiles Röntgengerärt - genutzt. Zusätzlich verwenden die Operateure ein sogenanntes Head Mounted Display. Mit dieser speziellen Brille werden die Daten des Röntgengerätes direkt übertragen und machen einen zusätzlichen Monitor überflüssig. Der Vorteil dabei ist, dass das reale Bild um die Zusatzinformationen aus dem Computer ergänzt werden und mit den aufbereiteten Informationen die Chirurgen in der Lage sind, Knochen, Blutgefäße, Organe und Tumore oder gesundes Gewebe auf einen Blick bei der Operation am Patienten unterscheiden zu können.

Aber auch für Ausbildungszwecke öffnen sich enorme Möglichkeiten mit der neuen Technologie. Erfahrene Ärzte können bei echten Operationen im virtuellen Raum durch Guiding unterstützen. Über VR-Anwendungen können Nachwuchsärzte als virtueller Partner an Operationen teilnehmen oder im Team fiktive Eingriffe durchführen.

In den USA wurde kürzlich mit Hilfe von Virtual-Reality ein Projekt gestartet, um Patienten aus dem Krankenbett auf "eine virtuelle Reise" zu schicken. Feststellbar war, dass Patienten über eine deutliche Schmerzlinderung berichteten und der Heilungsprozess und der gesamte Krankenhausaufenthalt verkürzt werden konnte.

Es lassen sich noch viele Beispiele aufzeigen, wo sich mit der Hilfe von Augmented- und Virtual-Reality-Technologie medizinische Arbeitsprozesse verbessern lassen. Man kann gespannt sein, welche neuen Themenfeldern sich im Gesundheitswesen mit diesen Technologieformen noch erschließen lassen.

Quellen:

Quelle Text: TWT Digital Group; Frauenhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung IGS;

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/man-wearing-white-virtual-reality-goggles-834949/

Frank Bergs
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