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Auf dem Weg zur Medizintechnik 4.0

03. Oct. 2017
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Tags: MedTechnik 4.0, Medizin 4.0, Medizintechnik 4.0
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Author: Frank Bergs

"Wer jetzt nicht in Richtung Medizin 4.0 aufbricht, der läuft Gefahr den Anschluss zu verlieren", mahnte Prof. Heinz Lohmann, wissenschaftlicher Begeliter der Studie "Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft" unlängst auf einenm Fachkongress. Dabei ist Medizin 4.0 doch in aller Munde und wurde im Bundestagswahlkampf insbesondere durch die FDP zu einem der wichtigen Wahlkampfthemen. Aber die Realität in der Gesundheitsbranche sieht so aus, dass erst jedes vierte Krankenhaus eine Digitalisierungsstrategie besitzt. Befragt man die Führungskräfte der Kliniken nach ihrer Digitalkompetenz, halten sich nur gut 11% für "sehr fit" für die angestrebten Digitalthemen. Jede zweite Führungskraft beschreibt ihr Digitalisierungswissen mit den Noten drei bis sechs. Aus meiner Sicht ist hier der größte Stolperstein zu sehen auf dem Weg zur Medizin bzw. Medizintechnik 4.0. Digitales Know-How müsste doch eigentlich zu einem zentralen Einstellungskriterium für Führungskräfte in deutschen Krankenhäusern werden. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Zur Zeit sieht man auch in der Branche, dass sich "neue" Gesundheitsdienstleister auf den Weg machen und in Sachen Digitalisierung innovative Lösungen für die Gesundheitsbranche anbieten. Dabei müssen die Krankenhäuser aufpassen, dass diese ihnen nicht den Rang ablaufen. Daher gibt es in einigen Bereichen auch Partnerschaften, wo der Gesundheitsdienstleister die fehlende Fachkompetenz der Krankenhäuser in der Digitalisierung abfängt und mit seinem Produktportfolio diese Lücke schließt. Ein wesentlicher Punkt in der ganzen Digitalisierungsdiskussion bleibt und wird die IT-Sicherheit sein. Die Gefahr von Cyberattacken wird weiter steigen und mit einer immer höheren Vernetzung der Gesundheitsakteure untereinander steigt auch die Gefahr, dass sich Computerviren und Troyaner schneller verbreiten. Daher sehe ich persönlich in der Zukunft eine weitere Personalrolle in einer Führungskraft für Cyber Security in den Krankenhäusern, die auf Leitungs- oder Geschäftsführungsebene angegliedert sein muss. Denn nur wenn von der Führungsebene ganz oben bis nach unten in die Pflege- und Technikebene eine einheitliche Digitalisierungsstrategie durchdacht und auch artikuliert wird, lassen sich Fehler im Umgang mit der komplexen Technik vermeiden. Es liegt an allen Beteiligten, ob der Begriff Medizin 4.0 ein Buzzword bleibt, oder zum wirklichen Zukunftstrend wird.

 

Quellen:

Quelle Text: LN-Online.de: Bericht "Auf dem Weg zur Gesundheitsversorgung 4.0"

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/man-with-steel-artificial-arm-sitting-in-front-of-white-table-39349/

Frank Bergs
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