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Apple, Google und Amazon: Das Geschäft mit der Gesundheit

16. Mar. 2018
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Tags: Amazon, Google, Apple
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Author: Frank Bergs

Apple, Google und Amazon steigen immer mehr in das Geschäft mit der Gesundheit ein. Kaum ein anderer Markt wächst so stetig, wie dieses Segment.

So gehen Marktforscher davon aus, dass insbesondere der digitale Gesundheitsmarkt bis 2020 per anno um 21% wachsen soll.  Daraus ergibt sich ein Wachstum des Marktvolumens von knapp 80 auf über 200 Milliarden Dollar. Im Segment „Mobile Health“ ist die Dynamik mit einem prognostizierten Wachstum von 41 % bis 2020 am größten. Von diesem großen Kuchen wollen auch die Internetgiganten Apple, Google und Amazon profitieren.

Noch während der Zeit als der damalige Apple-CEO Steve Jobs 2004 schwer an Krebs erkannte, machte er das Thema "Gesundheitsapplikationen" bei Apple zur Chefsache. Er erkannte, wie wichtig es ist, die Verbindung zwischen Patienten, ihren Daten und den medizinischen Einrichtungen "digital zu ordnen". Mit der Apple Watch wurde dann 2015, kanpp 4 Jahre nach seinem Tod, ein technologisches Highlight präsentiert, welches als Fitness-Tracker und Gesundheits-Überwachungstool mit unterschiedlichen Funktionalitäten zum Einsatz kam. Die zukünftige Apple Watch wird dann neben den klassischen Funktionalitäten, wie der Pulsmessung, noch um ein einfaches EKG erweitert. Die Uhr soll in Zukunft zu einem medizinischen Helfer werden, der Vorsorgeuntersuchungen automatisiert, Daten in eine patientenzentrierte digitale Akte überträgt und dabei hilft, Prozesse in der Diagnostik und Behandlung zu minimieren und Kosten im Gesundheitswesen zu senken. Doch damit nicht genug. Erst vor einigen Wochen kündigte Apple an, dass unweit des Apple-Hauptquartiers zwei Spezialkliniken gebaut werden sollen, die exklusiv für die Apple-Mitarbeiter zur Verfügung stehen.

Bei Amazon wurde schon lange spekuliert, ob, wie und wann der US-Online-Gigant den Einstieg in den Pharma- beziehungsweise Gesundheitsmarkt wagen könnte. Dabei arbeitet Amazon schon seit Jahren mit einem Expertenteam an möglichen Angeboten für das Gesundheitswesen und wird diese in den kommenden Jahren mit aller Marktmacht den Endkunden, aber auch den Industriekunden und Gesundheitseinrichtungen anbieten. Dazu gehörte auch die Gründung einer eigenen Krankenkasse in den USA, die gemeinsam mit Berkshire Hathaway und JP Morgan ins Leben gerufen wurde. Der rezeptfreie Pharmasektor ist auch schon besetzt, der Einstieg als Lieferant für Einmalprodukte in Kliniken schon in der Test- und Umsetzungsphase. Ein weiteres Highlight wird der professionelle Einsatz des sprachgesteuerten, internetbasierten "persönlichen Assistenten" Alexa in der Medizin sein. Auch hier hat Amazon ein Expertenteam für die Weiterentwicklung elektronischer Medizintechnologie zusammengestellt. Damit will der Konzern den Kunden, die sich bisher häufig auf Google verlassen, eine bessere Möglichkeit zur eigenständigen Diagnosefindung bieten. Darüber hinaus arbeitet Amazon noch an einer eigenen digitalen patientenorientierten Krankenakte. Dem Erfindungsreichtum von Jeff Bezo sind keine Grenzen gesetzt und es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass wir hier über einen "Angriff" auf das bestehende Gesundheitswesen reden können.

Natürlich möchte Google auch etwas vom großen Wachstum in diesem Business abhaben. Schon heute investiert der Konzern mittlerweile knapp ein Drittel seines Risikokapitals in Start-Ups im Gesundheitsmarkt, und damit mehr als in jeder anderen Branche. Erst kürzlich ist das Unternehmen in das Diabetes-Geschäft eingestiegen und will neue Geräte zur Blutzuckermessung und Dokumentation entwickeln. Mit der Google-Tochter Verily wurde an einem Algorithmus gearbeitet, der anhand von Augenhintergrundscans Krankheitsbilder erkennen soll. Zudem ist Google stark im Bereich der Augmented Reality unterwegs und hat diverse Beteiligungen an Start Ups in diesem Segment.

Neben all diesen beschriebenen positiven Entwicklungen am digitalen Gesundheitsmarkt bleibt aber immer noch die Sorge, wie die Großkonzerne mit all den sensiblen Patienten / Kundendaten umgehen. Gerade in diesem Bereich bleiben für mich persönlich noch zu viele Fragen offen. Daher wäre es wünschenswert, dass Amazon & Co. hier eine strikte Zusammenarbeit mit den Datenschutzbehörden offen legen, um dieses ungute Gefühl in der Magengegend zu beseitigen. Warten wir ab, was da noch alles auf uns zukommt.

Quellen:

Quelle Text: Studie „Digital and Disrupted: All change for Healthcare – How can pharma companies flourish in a digitized healthcare world?” von der Unternehmensberatung Roland Berger; Bericht im Weser Kurier: Apple, Google und Amazon greifen zur Krankenakte;

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/white-and-blue-health-pill-and-tablet-letter-cutout-on-yellow-surface-806427/

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