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Alternative Gesundheit: Heilen mit Tradition oder nur Geldmacherei?

21. Apr. 2018
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Tags: Naturheilkunde, Alternativmedizin, Humanmedizin
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Author: Frank Bergs

Wer heilt, hat Recht. Alternativmedizin ist ein Begriff, dem lange Zeit viele Menschen skeptisch gegenüber standen. Dabei können alternative Heilmethoden durchaus Wirkung zeigen. 

Alternative Heilmethoden werden in der großen Breite der Bevölkerung immer beliebter. Vor allem zur Behandlung von Alltagsbeschwerden und chronischen Krankheiten scheint sich die Alternativmedizin zu bewähren, denn sie heilt oft sanfter als die Schulmedizin. Aber es gibt auch einige kritische Stimmen aus der Humanmedizin, die zum Teil humanmedizinisch ausgebildete Kollegen und Kolleginnen, die zusätzlich mit alternativen Heilmethoden ihre Patienten behandeln, als Scharlatane bezeichnen.

Die Fachzeitung British Medical Journal (BMJ) präsentierte unlängst eine Untersuchung, deren Ergebnisse die beteiligten Wissenschaftler dazu veranlassten, vor alternativen Heilmethoden zu warnen. Geht man der Sache aber mal intensiv auf den Grund, stellt man fest, dass die sogenannten Beweise, die diese Warnung rechtfertigen sollen, gar nicht existieren.

Aber warum steigen den überhaupt in Deutschland die Zahlen bei alternativen Behandlungsmethoden so drastisch an? Statistisch gesehen hat die Zahl der chronischen Erkrankungen in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aufgrund der demographischen Entwicklung wird sich diese Zahl nochmal exponentiell erhöhen. Schon heute ist die klassische Humanmedizin zum Teil mit bestimmten Patientengruppen, die unter lebenslangen chronischen Erkrankungen zu leiden haben, überfordert. Dies liegt aus meiner Sicht an mehreren Faktoren. Zum Einen haben die Mediziner immer weniger Zeit sich um Menschen mit langfristigen Erkrankungen zu kümmern bzw. ihre Zeit mit diesen Patienten wird von den Kostenträgern nicht entsprechend entlohnt. Zum Anderen ist es aber auch so, dass in den meisten Fällen chronische Erkrankungen "nur" mit Medikamenten behandelt werden, um eine Linderung zu schaffen. Warum der Patient diese Erkrankung bekommen hat, interessiert in Wahrheit nur die wenigsten Mediziner. Nicht falsch verstehen, dies ist häufig nicht mangels Interesse, sondern weil der tägliche Kostendruck und Arbeitsaufwand in der Praxis dies verhindert.

Wenn man einen Blick auf andere Kulturformen wirft wird einem klar, dass die aus unserer Sicht alternative Heilbehandlung eine Begrifflichkeit ist, die normalerweise gar nicht existieren dürfte. Denn die eigentliche jahrtausendalte Medizin, wie die Ayurveda-Medizin in Indien oder die Pflanzen- und Kräuter-Medizin in Südamerika, sind die klassischen medizinischen Behandlungsformen. Aus der Sichtweise dieser Therapeuten müsste im Umkehrschluss die hier übliche Humanmedizin mit Skepsis betrachtet werden, da sie doch erst in den letzten zwei Jahrhunderten Einzug gehalten hat.

Aber sind wir doch mal ehrlich: Haben denn nicht in Wahrheit beide Behandlungsformen ihre Daseinsberechtigung? Wäres es nicht viel sinnvoller, dass zwischen den behandelnden Ärzten und Therapeuten aller Fachrichtungen gut zusammengearbeitet würde? Mit Sicherheit ja, wenn sich einige Personen mal von ihrem hohen Tron herunterbegeben würden und den Patienten und nicht ihr eigenes Ego in den Vordergrund stellen. 

Ich bin mir sicher, dass jede Fachrichtigung voneinander lernen kann und die Summe des Ganzen bei schweren Krankheitsbildern zum Erfolg führt. Daher bleibe ich persönlich bei meinem zu Beginn des Blogs geschriebenem Zitat: Wer heilt, hat Recht.

Quellen:

Quelle Bild: https://www.pexels.com/photo/green-purple-flower-163186/

Frank Bergs
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